Chicken Game

Wer nicht wagt…

Unternehmerisches Handeln geht oft von Annahmen und Erwartungen aus. Mutproben hingegen gibt es als Gesellschaftsspiel und Zeitvertreib, bei der Abenteuersuche und Gefahrenbewältigung. Selbstwertstreben, Kompetenzerweiterung oder Prestigegewinn in der Peergroup: Das in Kauf nehmen eines Risikos kommt auch im Geschäftsleben und bei Geld- und Börsenspekulationen zum Tragen. Eine spannende Sache also.

Im Filmklassiker mit James Dean „…denn sie wissen nicht was sie tun“ kommt es in einer Schlüsselszene zu einer Mutprobe, bei der Dean und sein Konterpart mit ihren Autos auf den Grat einer Klippe zu rasen. Wer zuerst aus dem Wagen springt, hat verloren. „Chicken Game“ nennen sowas Spieltheoretiker. Ihre Taktikvorschläge preferrieren möglichst lange kaltblütig weiter zu fahren. Annahme: Das Gegenüber wird Angst bekommen und stoppen. Man selber kann dann genüsslich in letzet Minute anhalten. Es handelt sich also um die absichtliche Erschaffung eines Risikos, das nicht vollständig kontrolliert werden kann. Es geht um die schrittweise Steigerung des Risikos, die Drohung des Risikos – nicht um die Erwartung der Sicherheit – eines für beide Seiten schlechten und unerwünschten Ergebnisses.

Autonomes, verantwortliches und gewissenhaftes unternehmerisches Handeln kann nicht ganz auf das Einbeziehen von Erwartungen, Annahmen und auf ein gewisses Kalkül verzichten. Mit Haltung, Rückrat und „gemachten Hausaufgaben“ werden Ziele, einen bestimmten Handlungserfolg herzustellen oder die Anforderungen an eine bestimmte Aufgabe oder Rolle prospektiv auf eine der Sache angemessene Basis gestellt. Autonom, seiner zum Beispiel ethischen oder sittlichen Vernunft folgend eine willkürliche Entscheidung treffend, obwohl man auch anders hätte handeln können: Eine freie Handlung erfolgt ohne Zwang und ist nicht zufällig.

James Dean übrigens gewinnt seine Mutprobe nur, weil sein Gegner mit dem Jackenärmel am Türgriff hängen bleibt und in den Abgrund rast…

 

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