One Web – Mobile First

Online-Kommunikation findet schon lange nicht mehr im Rahmen nur eines Gerätes, Desktop, Tablet oder Mobiltelefon, statt. Kommunikation und Information sind überall verfügbar. Google, Apple und Konsorten haben die Erwartungen der Verbraucher massiv verändert. Nahtlose Online-Kommunikation ist das Zauberwort. Es gibt nur einen Web. Und so müssen wir, die Anbieter, Produzenten, Gestalter und Techniker, die Verbraucher dort abholen, wo sie gerade sind – und das ist überall.

Im Juni 2012 veröffentlichte Google auf seinem Webmaster Central Blog
„Empfehlungen für Bau Smartphone optimierter Websites“ http://googlewebmastercentral.blogspot.se/2012/06/recommendations-for-building-smartphone.html
Die Empfehlungen gehen in Richtung Responsive Webdesign und falls erforderlich zu gerätespezifischem HTML. Beide Methoden nutzen auf allen Geräten den Zugriff auf eine einzige URL. Das macht es, laut Google, für den Nutzer am einfachsten, Informationen abzurufen, zu verlinken und zu teilen. Das führt natürlich, dazu, dass die Inhalte auf allen Geräten gleich gut funktionieren müssen. Folge ist nicht nur eine Vereinheitlichung und Standardisierung von Webdesign. Die Erwartungen der Nutzer werden ebenso rundgeschliffen, ausgerichtet und normiert.

Ein Beispiel: Seit Sommer 2012 kann Safari unter iOS6 ebenso wie Chrome offene und benutzte Browsertabs synchronisieren. Das Ergebnis? Die ultimative Cross-Media-Surf-Erlebnis. Informationen und Dienstleistungen sind so komplett geräteunabhängig verfügbar. Kaum zu glauben, dass vor einigen Jahren noch nicht einmal Desktopgeräte durchgängig die notwendigen Basistechnologien, wie JavaScript, für einfaches Internet zur Verfügung stellten. Heute surfen 75% der Smartphonebesitzer nach Belieben mit ihrer 3G-Verbindung.
Und es geht munter weiter. Der Mobil Guru Brad Frost resümiert glasklar, dass mobile Nutzer und Desktop-Anwender sich absolut gleich verhalten werden. Einzig müssen die Inhalte in adäquater Form präsentiert werden. Aktuellen Benchmarking-Studien zu Folge, nimmt die Zahl jener Benutzer rasant zu, die auch mit mobilen Geräten nach ausgefeilter, vertiefter Infomation suchen. Allein schon die Tatsache, dass fast ein Drittel der mobilen Nutzer zur Zeit noch bereit sind schlechte Navigation zu ertragen, langsame Ladezeiten in Kauf zu nehmen sowie die oftmals fehlende Touchscreen-Optimierung, scheint diese Einschätzungen zu unterstreichen.

Seit gut einer Dekade werden bewusst Erfahrungen beim Konzipieren und Erstellen von Onlinekommunikation gesammelt. Das bloße Auflisten und Katalogisieren von Themen und Inhalten war schon damals zu wenig geworden. Die größten Schritte fanden hier jedoch erst nach 2007 statt. Die unterschiedlichen Usertypen, die speziellen Anliegen und die individuelle Blickrichtung sollen und wollen bedient werden.

Hinzu kommt Information und Angebote für alle Geräte zugänglich zu machen. Das ist die Herausforderung der Stunde: Vielfältigen Denkweisen gerecht zu werden, Interaktion und und Verhaltensweisen harmonisch ablaufen zu lassen.

Unter dem Aspekt des Branding und von Markenkommunikation sind diese Überlegungen nicht wirklich neu. Business- und Marketingkommunikation war schon immer darauf aus mit Destillaten zu hantieren: „Weniger ist mehr!“ – und so klappt es dann auch auf dem Smartphone. Der positive Nebeneffekt der Gestaltung solcher Online-Kommunikation ist, dass die Mühen, zum Erstellen und Verwalten der gesamten Inhalte für unterschiedliche Plattformen einfacher und klarer wird. Zur Zeit ist es durchaus noch üblich Content für Mobile- und Tabletwebseiten sowie den Schreibtischdisplays getrennt zu konzipieren, verwalten und einzupflegen. Dieser Bruch bei Inhalten, Content-Formaten, Spezifikationen und bei CMS Tools wird dann Schnee von gestern sein. Content wird auf allen Plattformen veröffentlicht werden und über das entsprechende Set Up, die Einstellungen, gesteuert werden.

Übrig bleiben die inhaltliche Fragestellungen: Wenn eine Überschrift, eine Formulierung auf einem Mobiltelefon funktioniert, wieso sollte man für Desktopanwendungen eine Andere wählen? Bei „Kurz fürs Handy“ geht es nicht darum weniger, sondern präzisere Inhalte bereit zu stellen.

„Die Schlagzeile ist 80% der Kommunikation.“
David Ogilvy
Eine SMS, ein Tweet, eine Schlagzeile – oft sagen sie genug, und manchmal sogar viel. Zugegeben, eine Schlagzeile allein ist selten genug. Aber wenn eine starke, präzise Kommunikation für Mobilgeräte taugt, warum sollte sie an anderer Stelle weniger wirksam ankommen?

Wie gestaltet sich die Zukunft des Erstellens von Strategien, Konzepten, Webinhalten und des Webdesigns? Welche Fähigkeiten der Kreativen und Strategen werden verstärkt benötigt? Profundes Wissen über das Zusammenspiel von Web-Architektur und Struktur, die Möglichkeiten von Touchscreenschnittstellen, schmale Bildschirme und Skalierungsmethoden liefen sicherlich Interactiondesigner und Entwickler. Jedoch den Eigenschaften von Marken und Produkten eine in diesem Sinne mediengerechte und technisch adäquate Sprache zu verleihen ist Sache der Marketingstrategen und Texter. Da ist es keine Überraschung, dass Google selbst hier sehr stark ist. Ein gutes Beispiel ist das The Mobile Playbook www.themobileplaybook.com, bei dem die Inhalte vornehmlich auf das UX (User Experience) Design für mobile Geräte und Tablets und weniger auf Desktop-Geräte zugeschnitten sind.
Der Mobile-First Hype ist also das Thema. Beim Reflektieren von Weberfahrungen und relaunchen bestehender Seiten sollte der Ansatz scharfe, fokussierte Kommunikationsstrategien und UX Design zu entwickeln, deutlich in der Vordergrund rücken. So würden Denkweisen und UX quasi zwangsweise berücksichtigt und adaptiert. Sind die Grundlagen erst einmal gelegt, steigen die Chancen für ein nützliches, erlebenswertes und intelligentes One-Web.

lk, 2. Mai 2013

 

● pmmb.de MarkenKommunikation