Gestaltungs- und Design­fragen

„Der Designbegriff ist immer eine Interpretation seiner Nutzer. Er bezeichnet heute dies und morgen jenes – bis zur Grenze totaler Beliebigkeit. Das macht ihn keineswegs unbrauchbar, im Gegenteil: Er ist jedem zur Hand, der ihn zu irgendwelchen Zwecken gebrauchen will.“
Frei nach Gert Selle

Es gehört zu den Eigenarten des Begriffs ‚Design‘, dass sich seine Beliebtheit unabhängig davon entwickelt hat, dass es bisher nicht gelungen ist, ihm eine allgemeingültige Bedeutung zuzuordnen.
Die Popularität des Begriffs ‚Design‘ ist offensichtlich. Seine inflationären Nutzung rührt vor allem daher, dass Konsumprodukte mit besonders ansprechender oder neuartiger Formsprache hervorgehoben werden sollen. Er ist Namensgeber einer hohen Anzahl gegenwärtig bedeutender Spezialisierungen wie Automobil-, Service-, Mode-, Sound-, Food- oder Softwaredesign sowie der Vielfalt damit einhergehender Berufsbilder und Professionen. Er kommt aber auch zum Einsatz, um Tätigkeiten der Konzeptentwickelung und der Entwurfsgestaltung zu bezeichnen – und zwar Fachgebietsübergreifend. ‚Design‘ als Begriff steht quasi an der Grenze Grenze totaler Beliebigkeit und Konturlosigkeit.

Der Begriff ‚Design‘ gewinnt immer dann an Schärfe, wenn er in einem konkreten Kontext verwendet wird. Anhand von Begriffen wie ‚Produktdesign‘ oder ‚Design-Prozess‘ wird das deutlich. ‚Design‘ ist also so etwas, wie eine Meta-Kategorie:

  • Design als Produkt
  • Design als Prozess